Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Das antike Herakleia Lynkestis

Die antike makedonische Stadt Herakleia Lynkestis wurde unter Philipp II. von Makedonien gegründet und war fast 1000 Jahre lang eine der bedeutendsten Städte der Region.

Heraclea Lyncestis - Republik Mazedonien

Heraclea Lyncestis – Republik Mazedonien

Heraclea Lyncestis andere Schreibweisen sind:  Herakleia Lynkestis, Хераклеја Линкестис, Ἡράκλεια Λυγκηστίς oder auch Ἡράκλεια Λύγκου.  Herakleia Lynkestis war eine antike makedonische Stadt, die wenige Kilometer südlich der heutigen Stadt Bitola (Monastir) gelegen war. Herakleia Lynkestis wurde durch Philipp II. von Makedonien gegründet, nachdem er gegen Mitte des 4.Jhd.v.Chr. die Region Lynkestis eroberte und dieses Gebiet in das Königreich Makedonien eingliederte. Die Stadt erhielt Ihren Namen nach Herakles (Herkules oder auch Hercules), der Zusatz Lynkestis bedeutet wörtlich: Land der Lynx (D: Land der Luchse). Andere Schreibweisen sind Lynchestia, Линкестида, Λυγκηστίς, Λυγκηστία oder auch Врскаестида.

Mosaiken in Heraclea Lyncestis - Republik Makedonien

Mosaiken in Heraclea Lyncestis – Republik Makedonien

Lynkestis war eine Region in Obermakedonien, die vor der Eroberung durch die Makedonen von lokalen Fürsten regiert wurde. Die Region Lynchestia grenzte an Deuriopus, Paionia, Pelagonia, Emathia, Almopia nach Süd-Osten an Orestie und Eordaia. Die Herrscher von Lyncestis führten ihre Ursprünge auf die „Bacchiadae“ Dynastie zurück. Diese wurde aus Korinth um 700 v.Chr vertrieben und siedelten sich in der Region Obermakedoniens an. Im Peloponnesischen Kriege kämpfte Arrhabaeus, König von Lyncestis, gegen Perdikkas II. von Makedonien.

Heraclea Lyncestis

Heraclea Lyncestis

Die Bevölkerung der Region Lynkestis wurde Lynkestai (Линкестаи, Λυγκησταί) genannt. Nach Strabo soll Irra die Tochter von Arrhabaeus, dessen Enkelin namens Eurydice soll die Mutter von Philipp II. von Makedonien sein. Die Lynkestai waren ein nordwestlicher pelasgisch-makedonischer Stamm. Die pelasgisch-makedonische Bevölkerung dieser Region gehörte zu der Molosser-Gruppe der Epiroten. Die Molosser sind ein pelasgisch-makedonischer Stamm, der sich bis weit in die mykenische Epoche zurückführen lässt. (Siehe Molisser)

Linguistischer Hinweis: Dem antiken Geschichtsschreiber Strabo ist zu entnehmen, dass die Molosser und Makedonier, alte Männer als pelioi /пелиои / πελιοί bezeichneten und alte Frauen als peliai / Пелиаи /πελιαί (altmakedonisch „pelDgrau). Das heutige makedonische Wort pepel / Пепел bedeutet graue Asche. Zum Vergleich das attische Wort peleia /пелеја /πέλεια bedeutet „graue Taube„, im Attischen steht das Wort pelos / Пелос / πελός für „grau“.  Küken bezeichnet man im heutigen makedonisch mit „pilinja“ /пилиња / pelinja /пелиња was auf die anfängliche Graufärbung des Gefieders der meisten Küken zurückzuführen ist.  

Das Griechische hingegen weicht von den makedonischen Sprachen erheblich ab. Im Hellenischen steht das Wort „nkrí / γκρί“ für grau und  Taube heißt auf Griechisch peristéri / περιστέρι, Asche ist im Hellenischen téfra /τέφρα , Küken heißt auf griechisch „neossós / νεοσσός“ . 

Ancient Тheater in the Center of Heraclea Lyncestis

Ancient Тheater in the Center of Heraclea Lyncestis

Herakleia wurde unter Philipp II. von Makedonien rasch zu einer strategisch wichtigen Stadt. Makedonische Kolonisten siedelten sich unter Philipp II. in Herakleia Lynkestis an und machten diese Stadt am nordwestlichen Rand des makedonischen Königreiches zur größten Stadt in der Region. Herakleia blieb bis in die Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. die bedeutendste Stadt der Region. Diese Stellung verlor Herakleia Lynkestis als Makedonien von den Römern erobert wurde.  

Museum in Heraclea Lyncestis - Republik Makedonien

Museum in Heraclea Lyncestis – Republik Makedonien

Die Römer teilten Makedonien in vier Verwaltungsprovinzen auf und zerstörten die politische, kulturelle und militärische Vormachtstellung Makedoniens. Herakleia Lynkestis verlor in der Folgezeit immer mehr an politischer Bedeutung. Einer der wichtigsten römischen Straßen, die Via Egnatia, führte durch Heraklea Lynkestis und Heraklea blieb deshalb eine wichtige Station auf dem Weg vom Osten des Römischen Reiches zur Adria. Der Wohlstand der Stadt begründet sich vor allem auf diese strategisch günstige Lage der Stadt. 

Heute sind große Teile des antiken Herakleia Lynkestis freigelegt und können besichtigt werden. Zahlreiche Objekte aus der Zeit des makedonischen Königreiches sowie aus der Zeit der römischen Herrschaft sind in Herakleia Lynkestis zu sehen. Unter anderem sind das Denkmäler, eine Säulenhalle, Thermen, ein Theater und Reste der Stadtmauern Herakleias. 

In frühchristlicher Zeit war Heraklea Lynkestis ein wichtiger episkopaler Sitz. Viele Ortschaften in der Nachbarschaft waren den Bischöfen Herakleias unterstellt. Aus frühchristlicher Zeit stammen auch die kleine und große Basilika, die östlich des Theaters gelegen ist. 

Unter dem römische Kaiser Hadrian wurde das Theater im Zentrum Herakleias erbaut. Das Theater von Herakleia Lynkestis wurde erst im Jahre 1968 bei Ausgrabungsarbeiten entdeckt. Das Theater verfügte über drei Tierkäfige und einen Tunnel. Das Theater wurde hauptsächlich für Gladiatorenkämpfe bis in das 4.Jhd. genutzt.

Auch in der frühen byzantinischen Zeit vom 4.Jhd. bis zum 6.Jhd.n. Chr. blieb Herakleia Lynkestis ein wichtiger Bischofssitz des oströmischen Reiches. 

Aus dieser Zeit stammt auch die große Basilika mit prächtigen Mosaiken, deren Darstellung sich auf der Rückseite der makedonischen 5000-Denar-Banknote befindet. Die makedonische Banknote mit dem Mosaikboden der großen Basilika von Herakleia Lynkestis wurde im Jahr 1996 ausgegeben. 

Gegen Ende des 6. Jahrhunderts wurde Herakleia Lynkestis durch mehrere aufeinander folgende Angriffe durch aus Nordosten einwandernde Awaren fast völlig zerstört. Es lassen sich jedoch einige Häuser aus dem 7. Jhd.n.Chr. feststellen, was darauf hindeutet das Herakleia auch nach der Zerstörung für eine kurze Zeit noch bewohnt war. 

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