Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Das Grab Alexanders des Großen

Alexanders Leichnam ist seit nunmehr über 1800 Jahren verschwunden. Archäologen glauben, nun eine neue Spur gefunden zu haben; diese führt die Forscher in die Heimat Alexanders.

Alexander der Große von Makedonien - Statue in Skopje

Alexander der Große von Makedonien – Statue in Skopje

Die Suche nach dem Grab Alexanders des Großen wird von manch einem Archäologen in einem Atemzug mit der Suche nach dem Heiligen Gral oder der Bundeslade verglichen. Etwa 150-mal wurde von einigen Forschern per Pressemeldung die gesamte Weltpresse über einen angeblichen Fund des Grabes informiert. Jedes Mal stellte sich heraus, dass es sich lediglich um Zeitungsenten handelte. Es gibt heute kaum einen Ort, an dem Alexanders Grab nicht gesucht wurde. Angefangen vom fernen Sumatra über Indien, Ägypten und Istanbul – ja sogar Rom und Venedig wurden als mögliche Ruhestätte gehandelt. Am kuriosesten war die Vermutung des britische Historikers Andrew Chugg, der ernsthaft glaubte, die Mumie Alexanders würde mitten im Markusdom liegen. Zugegeben sehr fantasievolle Orte wurden bisher hoch gehandelt, doch an keinem dieser Orte war Alexanders Leichnam ausfindig zu machen.

Alexander Statue in Skopje - Republik Makedomien

Alexander Statue in Skopje – Republik Makedomien

Das Mysterium um Alexander beginnt mit seinem Tod. Als Alexander aus Indien zurückgekehrt war, schlug er im Jahr 323 v. Chr. sein Lager in Babylon auf, wo er schwer erkrankte. Nur 13 Tage später war Alexander der Große gestorben. Die tatsächlichen Umstände sind unklar. Zu dürftig sind die überlieferten Fakten was zum Tod geführt haben könnte. Einige Forscher glauben, Alexander sei vergiftet worden.  Die Faktenlage, was zum Tod geführt hat, ist dürftig. Dafür aber überschlagen sich die Wissenschaftler mit Theorien, die letztlich alle nicht aufklären, was wirklich geschah.

Einige Forscher unterstellen Alexander, er habe Alkoholmissbrauch betrieben und solle am Ende daran zugrunde gegangen sein. Sie wollen die antiken Quellen sogar so deuten, dass er höchst persönlich Persepolis im Suff niedergebrannt habe. Dies ist jedoch pure Fantasie. Alexander bewunderte die persische Kultur und hätte sie alleine deshalb nicht niedergebrannt. Als Persepolis von hellenischen Mitkämpfern niedergebrannt wurde, entließ Alexander alle hellenischstämmigen Soldaten aus seinem Heer. Diese Theorie eines betrunkenen Alexanders, der die Welt im Suff erobert, passt nicht und ist einfach eine überzogene Interpretation einiger, die um ein Trinkgelage spekulieren und Alexander wohl gerne als Kampftrinker sehen würden.

Alexander der Große

Alexander der Große

Überliefert ist, dass Alexander hohes Fieber hatte und dieses ihm zu schaffen machte. Am Tag 10 des Monats Juni im Jahr 323 v. Chr. hielten Ihn seine Gefährten für tot. Sensationslüsternde Mediziner meinen neuerdings festgestellt zu haben, dass Alexander zu diesem Zeitpunkt gar nicht tot, sondern in einem Dämmerzustand gewesen sei; gar von Koma ist die Rede. Jeder weiß, dass sich eine solche Diagnose nicht stellen lässt, ohne den Patienten zu untersuchen – geschweige denn diese anhand der spärlichen Informationen zu stellen.

Alexander der Große von Makedonien hatte es in 12 Jahren geschafft, bis ans Ende der damals bekannten Welt zu marschieren. Tragisch der Umstand, dass er er vom Sterbebett bis in sein Grab zwei ganze Jahre brauchte. Das lag daran, dass der General Philipp Arrhidaeus sich mit den Vorbereitungen zur Beisetzung 2 Jahre Zeit ließ. Dies geschah nicht ohne Grund so verzögert; unmittelbar nach dem Tod Alexanders entzündete sich der Streit um seine Nachfolge.

Alexander der Große von Makedonien

Alexander der Große von Makedonien

Alexander der Große hatte niemanden als Erben seines Weltreichs benannt. Seine Gefährten fragten ihn, wen er zum Nachfolger ernennen wolle. Alexander soll mit den letzten Atemzügen gesagt haben: „Dem Stärksten.“ Diese Worte sind jedoch wahrscheinlich erfunden, es gibt dazu keinen Beleg. Das Chaos aber, das über den Leichnam Alexanders losbrach, stürzt das makedonische Imperium in einen Jahrzehnte andauernden Erbfolgekrieg. Alexanders Sohn, Alexander IV., und auch seine Mutter Roxane fielen einem Attentat durch den Hellenen Cassander zum Opfer. Die Hellenen beanspruchten ebenfalls das Erbe Alexanders für sich.

Der Mörder Cassander versuchte den makedonischen Thron zu usurpieren und heiratete Alexanders Schwester. Roxane hatte zuvor Alexanders zweite Frau Stateira vergiftet, um diese auszuschalten. In diesem Kampf um die Macht im makedonischen Reich spielte der Leichnam Alexanders eine bedeutende Rolle. Nach alter Tradition bestand der Glaube, dass dort, wo der Tote Alexander lag, auch sein Wille ruhte. In langer Tradition der Orakel und Seher der Antike reiht sich der Seher Aristander, einst Weissager von Alexander. Er hatte behauptet, das Land in dem Alexander begraben würde, werde zum wohlhabendsten Reich der Welt aufsteigen. Ob das eine Motivation war, des Toten Alexanders habhaft zu werden, bleibt spekulativ.

Entscheidend für die Forscher ist heute ein Hinweis zur Leichenprozession. Diese soll von Babylon aus um 321 v. Chr. Richtung Aigai, der alten Hauptstadt Makedoniens, geführt haben. Dort befinden sich die Gräber aller makedonischen Könige. Auch Philipp II. von Makedonien, Alexanders Vater, ist in Aigai begraben worden.

Der Trauerzug erreichte die makedonische Hauptstadt nicht. Ptolemaios, ein Jugendfreund und späterer General Alexanders, bemächtigte sich Alexanders Leichnam und entführte diesen in die Provinz Ägypten. Ptolemaios soll Waffengewalt bei der Entführung der Mumie Alexanders eingesetzt haben.

Viele Forscher gingen lange davon aus, dass der Leichnam Alexanders Ägypten wohl nie wieder verlassen habe. Tatsächlich kam der Tote Alexander der Große von Makedonien in der ägyptischen Hauptstadt Memphis zur Ruhe. Dies gilt in der Fachwelt als gesichert. Diodor beschrieb im 1. Jahrhundert v. Chr. das Grabmal Alexanders als typisch ägyptische Architektur.

Der hellenische Schreiber und Geograf „Strabon“ vermerkte, dass Ptolemaios II. die Mumie nach Alexandria verlagert habe. Angeblich soll dort Alexander ein Mausoleum errichtet worden sein, das den Namen Sema getragen habe. „Sema“ ist altmakedonisch und steht für „schatten seiner selbst / toter Körper“. Später taucht das Wort „Sema“  immer wieder in antiken Quellen als Name eines Stadtteils von Alexandria auf.

Das Grab Alexanders wurde zu einem Wallfahrtsort durch die ganze Antike hinweg. Prominente wie etwa Gaius Iulius Caesar knieten vor Alexanders Gebeinen nieder, so wird berichtet. Der machthungrige Caeser betrieb morbide Imagepflege und wollte sich öffentlich im Glanz des Welteroberers sonnen, unterstellen Ihm einige. Aber auch sein Nachfolger Augustus, der erste römische Kaiser, besuchte das Grab Alexanders des Großen in Alexandria. Augustus ließt den Sarkophag Alexanders aus der Grabkammer tragen, legte eine Goldkrone auf den Deckel und streute Blumen, so jedenfalls wird berichtet.

Überliefert ist, dass die Mumie Alexanders unter den vielen Besuchern gelitten hat. Caligula soll sogar Alexanders Brustpanzer aus dem Grab gestohlen haben. Der letzte prominente Besucher am Grab Alexanders war im Jahr 215 n. Chr. Caracalla. Der römische Kaiser war davon überzeugt, die Reinkarnation des makedonischen Königs Alexander zu sein. Der römische Kaiser richtete nach dem Besuch der Grabstätte aus unerklärlichen und unbekannten Gründen ein Massaker unter der Bevölkerung Alexandrias an.

Von diesem letzten Besuch an fehlt von Alexander und seiner Ruhestätte jede Spur. Alexandria versank unter Kaiser Claudius II. und Aurelian in die Bedeutungslosigkeit. Im 4. Jahrhundert verwüstete ein schweres Erdbeben viele Stadtteile Alexandrias und im Jahre 642 eroberten die Araber Ägypten.

Das Grab Alexanders des Großen war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrhunderten verschwunden.

Heiße Spur in der Republik Makedonien

Heraklea Lynkestis - Republik Makedonien

Herakleia Lynkestis – Republik Makedonien

Die Archäologe fanden im makedonischen Heraklea mögliche Hinweise auf den Verbleib des Leichnams von Alexander. Demnach wird nun vermutet, dass Alexanders Leichnam mit Jahrhunderte währender Verspätung doch noch sein Heimatland erreichte und dort seine letzte Ruhestätte fand. Die Forscher halten sich auf unsere Anfrage hin bedeckt. Auskunft zur Lokalität des möglichen Grabes wollte man uns nicht mitteilen. Lediglich die Information, dass es einige Orte in der Grenzregion zur hellenischen Republik gibt, die in Frage kommen, teilten die Forscher mit. Es kann sich also tatsächlich um das Hinterland der antiken makedonischen Hauptstadt Aigai handeln.


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