Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Griechenland hat ganz andere Probleme als Mazedonien

Angesichts der kürzlich in Athen stattgefundenen Massenproteste nationalistischen Charakters, bei denen die Rechtsradikalen anti-makedonische Parolen skandierten und irrwitzige Plakate mit Aufschriften wie „Macedonia is Greece“ inbrünstig in die Höhe hielten und wohl unter kollektivem Realitätsverlust litten, stellt man sich die Frage: Hat Griechenland keine anderen Probleme?


Isis Tempel in Stobi – Mazedonien

Wenn man sich vor Augen hält, dass Griechenland das Land ist, welches die überwiegende Zeit seit seiner Staatsgründung als nicht kreditwürdig gilt und von einer Staatspleite zur anderen schlittert, dann erscheint es einem rätselhaft, wie man sich derart in eine Fantasiewelt flüchten kann wie es kürzlich die griechischen Nationalisten in Athen taten. 

Das Resultat jahrzehntelanger Verklärung von Fakten in Bezug auf Makedonien führte nun dazu, dass ein großer Teil der Griechen ernsthaft glaubt, ein Teil des makedonischen kulturhistorischen Erbes würde ihnen gehören – und zwar nur ihnen. Dabei lassen Sie völlig außer Acht, dass der Makedonenkönig Philipp II., Vater Alexanders III. von Makedonien, die Griechen in der Schlacht von Charoneia 338 v.Chr. bezwang und Griechenland Makedonien tributpflichtig machte. Das nun der einstige Bezwinger der Griechen zu deren Helden erhoben wurde muss wohl daran liegen, dass die meisten von ihnen schlicht mit der eigenen Geschichte nicht vertraut sind. Es ist beispiellos, dass ein fremder Bezwinger als Nationalheld deklariert wird. Sowas hat es noch nie gegeben.

Historisch gesehen ist es übrigens auch eine besondere Glanzleistung über 60 Jahre in Frieden mitten in Europa zu existieren und dabei Milliarden von Hilfsgeldern aus der EU zu beziehen und dennoch von einer permanenten Staatspleite bedroht zu sein. Es zeigt, dass Griechenland als Staat schlicht nicht lebensfähig und von Misswirtschaft geprägt ist. Würde die internationale Gemeinschaft dieses Kunstgebilde nicht am Leben erhalten so gäbe es diesen Staat in seiner heutigen Form schlicht nicht.

Einen kulturhistorischen Anspruch auf die alleinige Nutzung des Namens Makedonien durch Griechenland grenzt an Realitätsverlust. Die heutige Bevölkerung Griechenlands setzt sich zusammen aus allerlei Ethnien, vorneweg türkische, slawische, albanische und andere. Es erscheint rätselhaft wie sich heutzutage so viele Menschen in Griechenland einem Fantasie-Thema widmen anstatt sich den eigentlichen Herausforderungen, die Ihr Land zu bewältigen hätte, zu stellen.

Das erste Staatsoberhaupt Griechenlands hatte zurecht gesagt: Die Grenzen Griechenlands sollten südlich des Olymp liegen – dort wo sie schon in der Antike lagen. Nördlich davon das Land der Makedonen und Thraker und im Süden das Land der Achaier.

Bis heute hat es die makedonische Minderheit in Nordgriechenland schwer und wird zum Teil diskriminiert. Auch andere Minderheiten in Griechenland müssen dieses Schicksal erdulden. Ebenso wurden die Verbrechen an den Makedonen in den Balkankriegen seitens des griechischen Militärs bis heute nicht aufgearbeitet. Es bleibt den Griechen viel Glück für die Zukunft zu wünschen, die Vergangenheit hatte Ihnen nicht viel Glück gebracht.

Es gibt wahrlich wichtigere Aufgaben als einen unberechtigter Namensstreit.

Kategorie: Panorama

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