Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Homosexualität im antiken Makedonien

Homosexualität im antiken Königreich Makedonien

antike homoerotische Darstellung

antike homoerotische Darstellung

Im antiken Makedonien war die gleichgeschlechtliche Liebe ähnlich wie in den griechischen Stadtstaaten gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert. Während in den griechischen Stadtstaaten sich die gleichgeschlechtliche Liebe zumeist nur zwischen erwachsenen freien Männern und freien heranwachsenden jungen Männern vollzog, war im antiken Makedonien die gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung zwischen gleichaltrigen üblich, gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert.

Die in den griechischen Stadtstaaten praktizierte Form der gleichgeschlechtlichen Liebe, in der erwachsene Männer eine emotionale Bindung zu heranwachsenden Knaben eingingen, welche eine sexuelle Komponente beinhaltete, war im antiken Makedonien nicht üblich und fand keine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Die in der hellenischen Poliswelt verbreitete gleichgeschlechtliche Liebe nannte man „Paiderastia“, im heutigen Makedonisch gilt dies als Schimpfwort mit dem Homosexuelle im allgemeinen betitelt werden. Der Gebrauch als Schimpfwort rührt aus jener Zeit der Antike, in der man im Königreich Makedonien die hellenischen Gepflogenheiten im Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe als moralisch verwerflich angesehen hat.

In Makedonien waren Männerliebschaften vor allem in der Führungselite verbreitet. Prominenteste Mitglieder des makedonischen Hofes, die Männerliebschaften unterhielten, dürften zweifelsohne König Philip II. von Makedonien und dessen Sohn Alexander der Große von Makedonien sein.

König Philipp II. von Makedonien soll neben seinen zahlreichen sexuellen Beziehungen zu Frauen auch etliche Männerliebschaften unterhalten haben. Von Alexander dem Großen von Makedonien weiß man über seine Liebschaft zu  Hephaistion seinem langjährigen Gefährten.

antike homoerotische Darstellung in Paestum

antike homoerotische Darstellung in Paestum

Im antiken makedonischen Königreich war es üblich, „Männerbünde“ einzugehen. Diese „Männerbünde“, auch „Hetairoi“ genannt, hatten oftmals auch eine sexuelle Komponente enthalten. Oft waren diese Männerbeziehungen ein wesentliches Element innerhalb des Heeresverbandes, ein Strukturelement, das die Treue unter den Männern des makedonischen Heeres festigte. Polygamie war im allgemeinen in der makedonischen Gesellschaft praktiziert und akzeptiert.

Im antiken Makedonien galt die gleichgeschlechtliche Prostitution als verwerflich, auch Vergewaltigungen und Promiskuität wurden gesellschaftlich strikt abgelehnt.

Wahrscheinlichster Ursprung für die breite Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Liebe im antiken Makedonien ist in der minoischen Kultur zu suchen, von der man ebenfalls weiß, dass dort Männerliebschaften üblich waren. Die minoische Kultur hat in erheblichem Maße Einfluss in der Herausbildung der mykenischen und später makedonischen Kultur gehabt. Die minoischen Kultureinflüsse haben sich auch auf die später eingewanderten Hellenen (ca. 1200-800 v.Chr.) ausgewirkt und erklären das Auftreten der „Pederastia“ in den griechischen Stadtstaaten südlich des Olymp. 


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