Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

Informationen über Mazedonien

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Ministerium für Makedonien und Thrakien

Der griechische Minister für Makedonien und Thrakien, Theodoros Karaoglu, der selbst einen türkischen Familiennamen trägt, entgleiste jüngst bei einem offiziellem Australien-Besuch mit den Worten: „Als Minister für Makedonien und Thrakien sage ich ihnen, dass Makedonier Griechen sind.“

Bei einer von der griechischen Diaspora im australischen Melbourne organisierten Diskussionsrunde zum Thema „Makedonien“ entgleiste Karaoglu vollends, indem er das makedonische Volk  mit dem griechischen gleichsetzte. Karaoglu forderte die Menschen der Republik Makedonien auf, es zu unterlassen, sich Makedonier zu nennen. Der griechische Minister Theodoros Karaoglu bediente mit seiner offenbar national motivierten Entgleisung das anwesende griechische Publikum. In Australien existiert eine hellenischstämmige Diaspora, welche als besondere Hardliner in der Frage um die Identität der antiken als auch der heutigen Makedonier gelten. Tatsächlich handelt es sich um Diaspora-Griechen, die nicht gewillt sind, die Geschichte, die Fakten und die Realität zu akzeptieren. Historische Wahrheiten werden verdreht und falsch dargestellt. Schuld daran wird die Politik der vergangenen 20 Jahre in Griechenland sein. Seit der Unabhängigkeit Makedoniens vom zerfallenden Jugoslawien fürchtet Griechenland Gebietsansprüche Makedoniens.

Um dies zu verhindern, versucht Griechenland, sich als das wahre Makedonien darzustellen. Es führte eine „Makedonisierung“ durch, um der griechischen Bevölkerung der Region weiszumachen, die wirklichen Makedonen zu sein. Dies geht soweit, dass Schulbücher umgeschrieben, historische Landkarten geändert, Orts- und Straßennamen ausgetauscht wurden. Das alles hat dazu beigetragen, dass sich heute beide Völker, wie bereits in der Antike oftmals geschehen, voller Misstrauen und zuweilen feindlich gegenüber stehen. Ein friedliches Miteinander geht nur auf  der Basis von Akzeptanz und Toleranz. Beide Völker haben eine jahrtausendealte Geschichte, die sie wohl oder übel gemeinsam teilen müssen – wie damals so auch heute „Makedon & Hellas“. Gegenteiliges zu behaupten kann nur als nationalistisch motivierte Rhetorik angesehen werden.

In Griechenland bezeichnet sich nur die makedonische Minderheit selbst als Makedonier oder Makedonen, die restliche Bevölkerung bezeichnet sich selbst als Griechen, abgesehen von anderen Minderheiten (Albaner, Wlachen, Roma, Türken, etc.). Kein Grieche (mit wenigen Ausnahmen) behauptet von sich selbst, Makedone zu sein. Jedoch beharren viele Griechen darauf, dass Makedonen Griechen sind und demnach solle sich das makedonische Volk bitte anders nennen.

Die Tatsachen, dass seit Menschengedenken die Makedonen sich selbst als Makedonen bezeichneten und sich keinesfalls als Griechen sahen, wird besonders seit der Staatsgründung Makedoniens 1991 vom südlichen Nachbarn negiert. Zu jeder erdenklichen Zeit in der Geschichte hat es Makedonien als Provinz, als Region, als Staat, als Kulturkreis, als Sprache, als Nation und als Volk gegeben. Das Substrat der antiken Makedonen ist genetisch auf dem Gebiet des heutigen Staates Makedonien am stärksten festzustellen. Obwohl sich die Herrscher des Landes in den Jahrtausenden änderten, blieb das Volk und das Land bestehen. Anderes zu behaupten und nationalistisch motivierte Propaganda zu streuen, fördert die nachbarschaftlichen Beziehungen nicht. Griechenland, welches die Verwaltungsregion Makedonien erst seit 1913 gewaltsam eroberte und es sich einverleibte, wäre besser beraten, einzulenken und sich für die bisherigen Verunglimpfungen auf internationaler Ebene zu entschuldigen. Die Griechen haben eine herausragende Geschichte, sie müssen die Fakten nicht verdrehen und sich ihrer schämen. Die Griechen benötigen den „Klau“ der makedonischen Geschichte nicht. Der weitere Versuch, die Geschichte bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, kann nur als extrem nationalistisch motivierte Rhetorik angesehen werden mit dem Ziel, ein ultra-nationalistisches Klientel zu bedienen und Unfrieden in der Region zu verbreiten.

Man schmückt sich nicht mit fremden Federn, Herr Karaoglu. Das Ministerium für Makedonien und Thrakien sollte sich eher um die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Völkern bemühen. Austauschprogramme jeder Art würden viel beitragen, beide Völker einander näher zu bringen. Gegenseitige Stipendien beispielsweise würden helfen, auch Schüleraustausch im Allgemeinen und auch ein Sprachurlaub im jeweils anderen Land trägt viel zur Verbesserung der Beziehungen bei. Makedonien hat dies in der Geschichte bereits bewiesen, indem es griechische Gelehrte an den makedonischen Hof holte. Vielleicht sollte man sich in Griechenland daran erinnern.


Kategorie: Panorama

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