Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Mykenische Kultur

Die Mykenische Kultur 

Goldene Totenmaske Agamemnon Mykene

Goldene Totenmaske Agamemnon Mykene

Mit der mykenischen Kultur oder auch ägäischen Kultur, beschreibt man die Kultur der südlichen Balkanhalbinsel  in einer Phase vor der hellenischen Einwanderung in diese Regionen Südeuropas. Das Zentrum dieser Kultur war die Stadt Mykene. Eine mykenische Burg und Reste einer Stadt am Rand der peloponnesischen Landschaft „Argolis“, die etwa um die 10 km vom Meer entfernt liegt, zeugen von der großen Vergangenheit dieser Stadt und deren Kultur. Die später eingewanderten Hellenen (etwa 800 v.Chr.) fanden eine Kultur vor, die sie wohl so sehr beeindruckte, dass sie die mykenische Stadt in der hellenischen Mythologie als Heimat des Geschlechts der Artriden, aus dem die Brüder Agamemnon und Menelaos hervorgegangen sein sollen, aufnahmen. Der Wahrheitsgehalt der Mythen ist natürlich umstritten und wissenschaftlich irrelevant. Nach den heutigen Erkenntnissen der Forscher werden die Gräber und Funde in Mykene etwa auf das Jahr 1500 v. Chr. datiert und können allein deshalb schon nicht den Atriden und König Agamemnon zugeordnet werden. Selbt wenn man die hellenische Sage als bare Münze nehmen würde, so fehlt der zeitliche Zusammenhang. Die Atriden waren dem hellenischen Mythos nach erst um 1180 v. Chr. siegreich aus Troja zurückgekehrt und dann ermordet worden, so beschreibt es die hellenische Sage. Die Forscher nehmen an, dass die goldene Maske zum Grab eines pelasgisch-mykenischen Herrschers gehörte.

Archäologe Heinrich Schliemann

Archäologe Heinrich Schliemann

Im Jahre 1876 unter dem deutschen Archäologen Johann Ludwig Heinrich Julius Schliemann begannen Ausgrabungen in Mykene, welche gesamtgeschichtlich hochbedeutsam werden sollten. Es ging darum, im kurz zuvor gegründeten Königreich Griechenland, auf dessen Thron ein deutscher König regierte, die Anfänge der antiken europäischen Geschichte, die bis dahin auf etwa 800 v.Chr. angesetzt worden war (Gründung des makedonischen Königreiches in Aigai unter König Karanos von Makedonien), um eine hellenische, deutlich ältere zu erweitern. Schliemann versuchte, die europäische Geschichte um über 1 000 Jahre bis in die mykenische Epoche zurückzuverlegen und damit die hellenische Bedeutung für die europäische Frühgeschichte zu manifestieren. Man versuchte quasi die hellenische Kultur, die erst um 800 v.Chr. beginnt, bis auf die mykenische Epoche auszudehnen. Der Versuch dieses zu konstruieren gelang nicht. Dennoch versuchte man über diesen Irrtum Schliemanns Schweigen zu bewahren; man wollte das Land, in dem deutsche Könige regieren, natürlich besser darstellen und die Wichtigkeit der Hellenen hervorheben. Aus der Problematik, dass es nicht gelang, einen Zusammenhang zwischen den Hellenen und der Mykener herzustellen, ergibt sie das sogenannte „Dunkle Zeitalter“ – behelfsweise auch dunkle Jahrhunderte genannt – in denen von den Hellenen jede Spur fehlt. Dies ist im Grunde kein Fehlen, sondern sie waren schlicht zu dem Zeitpunkt noch nicht in diese Region Europas eingewandert. Es gibt keine schriftlichen Quellen aus dieser Zeit, die darauf hindeuten, dass die Hellenen vor 800 vor Christus in der Region der südlichen Balkanhalbinsel anzutreffen gewesen wären.

Goldene Totenmaske gefunden in Trebenishte - Republik Makedonien - Region Ohrid

Goldene Totenmaske gefunden in Trebenishte – Republik Makedonien – Region Ohrid

Mykene galt schon um 1900 v.Chr. als eine der bedeutendsten Städte der Ägäis-Region. Die Mykener gelten heute unter vielen Archäologen und Linguisten als dem pelasgischen Volk zugehörig (Siehe auch pelasgische Stämme).

Die Mykener, wie alle anderen Pelasger, unterhielten enge Beziehungen zu Kreta. Etwa im 16. Jh. v.Chr. erlebte Mykene seine Blütezeit und wurde palastartig ausgebaut und im für Pelasger seinerzeit üblichen kretisch-minoischen Stil ausgestattet. Am Burgfelsen aus dem 16. Jh. v.Chr. fand Schliemann seinerzeit Schachtgräber der pelasgischen Könige mit unversehrten Goldschätzen (Schmuck, Totenmasken, Geräte, Waffen, z.T. auch Importwaren aus Kreta). Die Begräbnisrituale waren bei allen pelasgischen Stämmen nahezu identisch – so auch auf Kreta, die eine noch ältere pelasgische Kultur hervorbrachte (minoische Kultur).

Die Blütezeit Mykenes war wohl um 1500-1350 v.Chr.; In dieser Zeit entstand eine noch größere Palastanlage auf dem Burggelände mit zyklopischem Mauerring und dem bekannten Löwentor, eine späte Großplastik der Mykener. In näherer Umgebung der Palastburg wurden Kuppelgräber (Tholoi) gefunden, von denen der fälschlich als „Schatzhaus des Atreus“ bezeichnete Grabbau von einer 14,5 Meter großen, gefügten Steinkuppel überwölbt ist. Dies war lange Zeit die größte Kuppel; bis zum Bau des römischen Pantheons.

Goldene Totenmasken aus der Republik Makedonien - Trebeniste Region Ohrid

Goldene Totenmasken aus der Republik Makedonien – Trebeniste Region Ohrid

Die pelasgisch-mykenische Kultur strahlte auch in den nördlichen Balkan (heutiges Serbien, Rumänien) aus. Außerdem bestanden Handelskontakte mit Süditalien und Sizilien (dazu werden wir gesondert einen Artikel in Kürze verfassen). Um 1200 v.Chr. fand eine enorme, bisher noch nie dagewesene, Umwälzung im gesamten östlichen Mittelmeerraum statt. Fast alle Hochkulturen wurden in kriegerische Handlungen mit einem Volk verwickelt, welches als „Die Seevölker“ bezeichnet wird, plötzlich auftauchte und die alten Reiche in Angst und Schrecken versetzte.

Pelasgisch-thrakische Totenmaske aus Gold gefunden in Bulgarien Region Varna

Pelasgisch-thrakische Totenmaske aus Gold gefunden in Bulgarien Region Varna

Nach dem Einfallen dieser sogenannten „Seevölker“ gibt es kaum noch einen Ort in der Region des östlichen Mittelmeeres, welcher an seine glorreiche Vorgeschichte anknüpfen kann. Die Kriegszüge dauerten mehrere Jahrzehnte. Bald nach 1200 v.Chr. erstarrte auch die Kultur der Mykener und um 1150 v.Chr. wurde Mykene durch rivalisierende Gruppen in Argos zerstört. Viele Forscher glauben des Rätsels Lösung in der Frage um die Identität der „Seevölker“ sehr nahe zu sein, einige Wagemutige unter Ihnen gehen davon aus, dass es sich um Hellenen gehandelt habe, die unmittelbar nach diesen Umwälzungen auftauchten. Ob dem tatsächlich so ist, werden weitere Forschungen auf diesem Gebiet zeigen.

Mykene blieb zwar vorerst als eine kleine Stadt noch etliche Jahrunderte existieren; sie ging jedoch um das Jahr 478 v.Chr. endgültig unter. Mykene war bereits in der Antike eine viel besuchte Ruinenstätte diverser Völker.


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