Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Mykenisches Makedonisch

Mykenisches Makedonisch ist die älteste schriftlich belegte Form der mazedonischen Sprache. Sie wurde während der mykenischen Epoche, von dem 16. bis zum 10. Jahrhundert v. Chr., auf der Balkanhalbinsel und auch Kreta gesprochen. Überliefert ist sie durch Inschriften auf Tontafeln zum Beispiel in den Palastarchiven von Knossos, Pylos und anderen mykenischen Festungen.

Pelasgische Sprachen

  • 1 Pelasgisch
  • 2 Makedonisch
  • 3 Minoisch
  • 4 Mykenisch
  • 5 Thrakisch
  • 6 Etruskisch
  • 7 Hethitisch

Hintergrund

"Vinca" Schrift - Pelasgische Schrift um 5500 v.Chr.

„Vinca“ Schrift – Pelasgische Schrift um 5500 v.Chr.

Das mykenische Makedonisch ist den Sprachwissenschaftlern seit langem bekannt. Viele Inschriften auf Tontafeln wurden besonders seit Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, diese konnten jedoch lange nicht gelesen werden. Lange war es nicht bekannt, um welche Sprache es sich handelt, in der die Inschriften verfasst wurden. Da selbige Inschriften bereits auf Kreta gefunden wurden, vermuteten die Forscher, dass es sich um eine ägäische Sprache der Minoer handelte. Einige Forscher wollten einen Zusammenhang mit der hellenischen Sprache herstellen und entwickelten zu diesem Zweck die sogenannte Linearschrift-B-Zuordnung. Michael Ventris und John Chadwick waren überzeugt, die Linearschrift-B entziffert zu haben. Sie nahmen für die Entzifferung der Linear-B-Schrift die hellenische Sprache als Basis für die Zuordnung der einzelnen Schriftzeichen. Es zeigte sich, dass sich die Inschriften jedoch nicht übersetzen ließen. Manche meinten, dies liege daran, dass es sich um eine frühe Form des Griechischen handelte. Weitere Untersuchungen zeigten jedoch, dass Michael Ventris und John Chadwick einem Irrtum unterlagen. Sinnvolle Texte ließen sich nur aus der makedonischen Sprache heraus übersetzen.

Das mykenische Makedonisch ist anhand der überlieferten Texte und der Kontinuität der makedonischen Sprachentwicklung vielfach erhalten. Die gefundenen Tontafeln auf der gesamten südlichen Balkanhalbinsel lassen entnehmen, dass es sich um Inschriften zu Handel, Wirtschaft und Verwaltung handelt. Auch eine Vielzahl an literarischen Inhalten sind überliefert.

Überlieferungen

Amphitrite Penteskouphia - Im Louvre Paris - Frankreich

Amphitrite Penteskouphia – Im Louvre Paris – Frankreich

Viele Hunderte von Artefakten sind erhalten und unter anderem im makedonischen Nationalmuseum in Skopje zu besichtigen. Neben den in der Republik Makedonien ausgestellten Exponaten befindet sich eine Vielzahl an Tontafeln in diversen Museen weltweit. Eine der bedeutendsten Sammlungen ist im Louvre zu besichtigen. Viele Tontafeln, Vasen, Skulpturen und Holztafeln werden gezeigt, die mit mykenisch-makedonischen Inschriften versehen sind. Die Lesung der mykenischen Texte ist sehr einfach.

Orthographie und Phonologie

Von den restlichen makedonischen Dialekten unterscheidet sich das Mykenische nur unwesentlich. Hier einige Beispiele:

  1. Urmakedonisch. (myk. da-mo /doma/ ‚zu hause’ : ‚und die auf‘; myk. a-ta-na /a ta na / ‚a ta na‘ : MK. а tа на)
  2. Urmakedonisch. (myk. do-e-ro /do e ze ro/ ‚beim See‘ : МК. do ezero / до езеро)
  3. Urmakedonisch. (myk. va-na-ka /vo na ka / ’nur so / so /sowieso‘ : MK. onaka / онака; myk. ko-vo /kove/ ‚formen / schmieden‘ : MK. kove / кове)
  4. Urmakedonisch. (myk. te-me-no /temeno/ ‚Fundament / Bodenteil‘ MK: Temen / Темен
  5. Urmakedonisch. (myk. a-no-voto / a novoto/ ‚ das Neue‘ MK: a novoto / а новото
  6. Urmakedonisch. (myk. a-na-ta / a na ta/ ‚ und auf der‘ MK: a na ta /а на та
  7. Urmakedonisch. (myk. ka-ko-de-ta /kako dete/ ‚wie ein Kind‘ MK: kako dete /Како дете
  8. Urmakedonisch. (myk. o-ka-ra / o kara / ‚beschimpft‘ MK: kara /Кара
  9. Urmakedonisch. (myk. ma-te-r / mater / ‚Mutter‘ MK: mater / majka /mati / majko/ majki /materi  Мајка / мати / мајко/мајки / матери
  10. Urmakedonisch. (myk. o-ka /oka / ‚Augen‘ MK: oka / ока / очите / око
  11. Urmakedonisch. (myk. ne-da-va-ta-o /ne dava toa / ‚macht es nicht / gebt es nicht her / MK: ne dava toa / не дава тоа
  12. Urmakedonisch. myk. pe-i /pej / ’singen‘ MK: pej / пеј
  13. Urmakedonisch. myk. tu-si-je-u / tu si je u / ‚ hier ist es in‘ MK: tu si je u / tuk si je u / Ту си је у / Тук си је у
  14. Urmakedonisch. myk. i-va-so / i vaso / ‚ und euer‘ MK: i vasiot / i vaso / у башиот / и башо
  15. Urmakedonisch. myk. tu-ka-ta-si / tuka ta si / ‚ hier ist sie‘ MK: tuka e / tuka ta si e / Тука е / тука та си е
  16. Urmakedonisch. myk. vi-de / vide / ’sehen‘ MK: vide / биде
  17. Urmakedonisch. myk. de-ka / deka/ ‚wo‘ MK: deka / дека
  18. Urmakedonisch. myk. de-u-jo-i / devoj / ‚mädchen‘  MK: Devoj-ka / Devojce / Devojceto /Девојка
  19. Urmakedonisch. myk. to-so / to so/ ‚das mit‘ MK: to so / То со
  20. Urmakedonisch. myk. de-u-ki-jo / de u kojo / ‚wo? in welchem?/ MK: de u kojo / u kojoto / де у којо / којото
Entwicklung des makedonischen Alphabets

Entwicklung des makedonischen Alphabets

Es wurden alle bisher bekannten Artefakte untersucht und übersetzt. Die gesamte Liste der übersetzten Wörter, aus dem mykenischen Makedonisch und dem minoischen Makedonisch, können von uns angefordert werden. Jedes einzelne Wort was bisher auf Tontafeln und Artefakten gefunden wurde kann ohne hinzutun oder wegnehmen von Buchstaben im heutigen Makedonisch 1:1 wiedergefunden werden. Aus keiner anderen, heute noch existierenden Sprache, gelingt dies. Die verzweifelten versuche einiger Forscher, dass Mykenische mit dem Hellenischen in Verbindung zu bringen, müssen daher als gescheitert angesehen werden. Es gibt keinen wissenschaftlichen Anhaltspunkt, der es erlauben würde, diese überholte Theorie, weiter aufrechterhalten zu wollen. Den Sprachwissenschaftlern gelang nicht eine einzige Übersetzung ohne hanebüchene Konstruktionsversuche. Zum Teil wurden nicht nur Buchstaben hinzu oder weggelassen, sondern auch umgedeutet um sie der hellenischen Sprache passend zu machen. Entsprechend kompliziert erscheint das verschachtelte Konstrukt der Übersetzungsmethoden. Wir sind der Meinung, dass dieser Irrtum der Sprachwissenschaftler richtiggestellt werden muss. Ein Beispiel der bisherigen Annahme vieler Forscher finden Sie hier > Mykenisch / Sprachwissenschaften  und unter Grammatik des mykenischen Griechisch sowie „Gregor Dankovszky“ – Die Griechen als Stamm- und Sprachverwandte der Slawen

Mykenisch und Makedonisch

Das mykenische Makedonisch ist wesentlich älter als das heutige Makedonisch und steht der indoeuropäischen Ursprache sehr nahe. Dennoch lassen sich wie oben gezeigt deutliche Analogien zum heutigen Makedonisch feststellen. Dies zeigt nochmals die Kontinuität der makedonischen Sprachentwicklung.

Wichtiger Hinweis: Die Übersetzungen dürfen nicht ohne Anfrage und unsere Zustimmung anderweitig verwendet werden, sie unterliegen dem Urheberrecht des Übersetzers Dejan Pavlović.


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