Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Pelasger – Vorfahren der Makedonen

Siedlungsgebiet der Pelasger

Siedlungsgebiet der Pelasger

Die Pelasger bildeten die älteste Bevölkerung der südlichen Balkanhalbinsel in prähistorischer Zeit. Die Herkunft der Pelasger ist bis heute nicht geklärt. Bekannt ist jedoch, dass die Pelasger Ackerbau und Viehzucht betrieben und die ältesten Bauwerke auf dem Balkan errichteten. Als bekannteste Bauwerke gelten bis heute die zyklopischen Mauern, die sich im gesamten Siedlungsraum der Pelasger auf der südlichen Balkanhalbinsel finden lassen. 

Die Pelasger haben in prähistorischer Zeit erste Unternehmungen zur See versucht. Ein Zweig des Volkes der Pelasger – die Minyer – haben sich später in Mythen und Sagen der Makedonen als kühne Seefahrer bis heute verewigt. Auch von den später einwandernden Hellenen wurden diese Mythen übernommen.

Aus makedonischen Quellen in der Frühantike weiß man, dass den Pelasgern die Vielgötterei und der Anthropomorphismus fremd waren.  Aus diesen Quellen weiß man jedoch auch, das Zeus als Gott des Himmels und des Lichtes verehrt wurde. Bildnisse von Zeus (Gott) wurden nicht verwendet, auch wurden keine Tempel gebaut, vielmehr verehrte man hohe Gipfel und schrieb Ihnen besondere Bedeutung aufgrund ihrer Nähe zum Himmel zu.

In Kleinasien und im östlichen Balkan (Thrakien) hat sich ein anderer Zweig der Pelasger, die Lelager in schriftlichen Quellen (Bibliothek des Apollodor) erhalten. Nach Herodot ist überliefert, dass die Lelager (Leleges) mit Minos auf Kreta in engem Zusammenhang stehen. In Homers Illias gibt dieser an, dass die Lelager Genossen von Troja seien.

Zur Sprache der Pelasger weiß man heute, dass sie eine frühe nicht indoeuropäische war. Neuere linguistische Untersuchungen stellen einen engen Zusammenhang des Pelasgischen mit der slawische Sprache her. Ob sich das Pelasgische als proto-slawische Sprache herausstellt, werden weitere Forschungen zeigen. Bisher bekannt sind jedoch verblüffende Ähnlichkeiten zu den heutigen slawischen Sprachen, insbesondere zum Makedonischen.

Den Linguisten hilft ein Faktor bei der Identifizierung von Sprache ganz besonders und das sind „wichtige“ Namen wie Berge, Gewässer, Orte und andere für Menschen sehr bedeutende Dinge.

Hier einige Beispiele aus antiken Quellen, die eindeutig als slawisch identifiziert wurden:

Risea, Bura, Eserus, Halysaea, Homolium, Horeum, Leucas, Lebadea,
Phoronicium, Oleanum, Sellasia, Sperchia, Stantyra, Sicorium, Temenos, Zemene

Gebirge:

Halesius, Homole, Scolis, Tomeus oder T (a) Marus, Temnos, Pretus, Stena

Flüsse & Landschaften:

Arzos, Debar, Dolonici (ae), Samaika, Travus, Zdebrin, Zernae, Zirinae, Zirinia, Cavetza, Melichiza, Nestus

Diese neueren Ergebnisse von Untersuchungen der Sprache werden jedoch auch schon von Herodot gestützt. Er schrieb nieder im Jahre 450 vor Christus, dass die Pelasger alle eine Sprache sprächen, die für die einwandernden Hellenen als unverständlich galt, diese jedoch in ganz Südost-Europa und Kleinasien gesprochen wurde.

Auch der antike Geschichtsschreiber Strabon sagte im Jahre 63 vor Christus, dass die Pelasger ein sehr altes Volk seien und auf dem gesamten Territorium der südlichen Balkanhalbinsel verstreut seien. Weiter führt Strabon aus, dass Argos in Thessalien und in Epirus Pelasgo genannt wurde. Aus Argos ging die makedonische Königsdynastie der Argeaden hervor. Die Argeaden stammen von dem in Argos herrschenden Geschlecht der Temeniden ab.

Die Geschichtsschreiber der Antike, wie etwa Thukydides, bezeichneten die Argeaden oft als Temeniden. Die Bezeichnung Argeaden wurde erstmals von Strabon, Pausanias und auch von Appian  (vom 1. bis zum 2. Jahrhundert nach Christus) verwendet.  Stammvater der Temeniden, (Temenos) war ein Ur-Urenkel des Halbgottes Herakles, auf den sich so auch die Argeaden berufen konnten.


 

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