Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

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Vom Obolus, Obelisken und Poseidon

Obolus, Obelisk und Poseidon – Über makedonische Wörter im täglichen Gebrauch und viele Irrtümer über deren Herkunft.  

Viele makedonische Wörter finden sich in vielen Sprachen wieder, so auch im Deutschen. Wir wollen mit einigen Irrtümern aufräumen und einige dieser sehr alten makedonischen Wörter sowie deren Bedeutung erläutern.

Sicher kennen Sie die Bezeichnung Obolus. Aber was bedeutet Obolus? Woher stammt diese Bezeichnung? Was sagt Sie aus ?

Makedonische Obeli Münze aus Aigai der antiken Hauptstadt Makedoniens

Makedonische Obeli Münze aus Aigai der antiken Hauptstadt Makedoniens

Obolus stammt aus dem Pelasgisch-Makedonischen und bedeutet „aufgehellt bzw. geweißt“ und bezeichnet eine aufgehellte Fläche wie es beispielsweise bei antiken makedonischen Münzen der Fall ist. Andere Schreibweisen des Obolus sind: ὀβολός, obolós, oboloí, obol, obeli, obelen, обели, обои, обелен, obeleni, oboi.

Im heutigen Makedonisch findet sich das alte pelasgisch-makedonische Wort wieder in „Oboi“,“Obeli“,“Obelen“ und „Obeleni“. Oboi bedeutet „Färben/Einfärben“, Obeli „Weißen“ bzw. „Bleichen/Aufhellen“ und Obelen „aufgehellt/gebleicht“. Die in Deutschland verwendete Variante des Wortes mit der Endung -us ist abgeleitet aus der im lateinischen verwendeten Version. Die Römer übernahmen diese Bezeichnung bereits um 200 v.Chr. von den Makedonen und passten das Wort ihrer Sprache an, indem sie die Endung -us einsetzten. So entstand das heute noch im Deutschen verwendete Wort Obolus.

Auf einigen Seiten im Internet, unter anderen auch auf Wikipedia, wird verbreitet, dass das makedonische Wort hellenischen Ursprungs wäre. Dies ist jedoch schlicht die Behauptung einzelner, die sich weder wissenschaftlich belegen, noch linguistisch untermauern lässt. Zwar gibt es bei den Hellenen das Wort „Obolós“ bedeutet aber Bratspieß und steht in keinem Zusammenhang mit der sehr viel älteren pelasgisch-makedonischen Namensgebung für aufgehellte bzw. polierte Münzen der Antike.

Nur in der heutigen makedonischen Sprache hat das Wort, wie damals so auch noch heute, dieselbe Bedeutung. Varianten des makedonischen Wortes mit selber Bedeutung finden sich heute in allen anderen Sprachen, die aus der pelasgisch-makedonischen (proto-slawischen) Sprachfamilie entstanden sind wieder.

Beispiel: Anhand der Übersetzung für „Weiß“ wird dieser pelasgisch-makedonische (proto-slawische) Ursprung noch mal sehr verdeutlicht: Mak.: Bel, Bulg.: Bil, Slowen.: Belo, Serb.: Belo, Kroat.: Bijelo, Weißr. Bjli, Pol.:Biel. In den meisten dieser Sprachen wird der Buchstabe „O“ dann vor dem Substantiv gesetzt, wenn man ausdrücken will, das man etwas „aufgehellt“ also „geweißt“ hat. Wie beispielsweise im deutschen die Endung -en bei „Weiß-„en“.

In den romanischen und germanischen Sprachen hat das Wort Obolus keine linguistische Bedeutung und steht als Einzelwort da. Dem Wort selbst ist keine Bedeutung zu entnehmen. Lediglich mythologische und / oder philosophische Interpretationen sind in der Literatur verbreitet.

Obelisk 

Obelisk in Washington DC / USA

Obelisk in Washington DC / USA

Unter Obelisk versteht man, einen sich nach oben verjüngenden, freistehenden Steinpfeiler, der an seiner Spitze pyramidenförmig zusammenläuft. Doch kaum jemand kennt den Ursprung und die Bedeutung dieses Namens.

Ähnlich wie oben im Fall Obolus beschrieben, rührt der Name von der aufgehellten, in der Regel weiß wirkenden Oberfläche, mit der dieses Bauwerk ummantelt oder ganz aus weißem Stein gebaut ist. Auch hier war die pelasgisch-makedonische (proto-slawische) Sprache für die Namensgebung verantwortlich. Wie oben bei der Begriffserklärung zum Obolus, handelt es sich um die Beschreibung einer weißen oder einer sehr hellen Fläche.

Auch hier ist das verwendete Wort Obelisk von „Weiß“ (MK: Obelen, Obelis, Obeleli, Obeleni, Belo) abgeleitet. Im heutigen Makedonischen genauso wiederzufinden wie bereits in der antiken proto-slawischen Sprache der pelasgisch-makedonischen Epoche; also um 1200-800 v.Chr..

Wie oben bereits erklärt, findet sich das Wort „Obeli“ (D:weißmachen) in allen anderen slawischen Sprachen der Neuzeit, in selber Bedeutung wieder. Da alle modernen slawischen Sprachen aus der pelasgisch-makedonischen Sprachfamilie hervorgingen, ist die Bedeutung überall identisch. Siehe hierzu auch den Artikel „Die mykenische Kultur„.

Poseidon

Poseidon Tafel im Louvre (Paris) Frankreich mit pelasgisch-makedonischer Inschrift

Poseidon Tafel im Louvre (Paris) Frankreich mit pelasgisch-makedonischer Inschrift

Jeder kennt den sagenhaften Gott des Meeres, aber die wenigsten wissen, wer diesem Gott seinen Namen gab geschweige denn was dieser bedeutet.

Auf einer in Korinth bei Ausgrabungsarbeiten gefundenen Tafel, die heute im Pariser Museum Louvre zu sehen ist, wird in pelasgisch-makedonischer Schrift Auskunft darüber gegeben, wer auf dieser Tontafel abgebildet ist sowie seine Bedeutung.

In der Literatur ist Poseidon oft als Herrscher des Meeres beschrieben. Er ist wichtiger Bestandteil vieler Mythen und Legenden. Er soll in Konkurrenz zu Zeus gestanden haben, so einige Forscher.

Andere Namen für Poseidon sind: Ποσειδῶν, Posedao, Posejdon, Посејдон.

Links auf der Tafel steht „Padesetoh“ die Darstellung zeigt einen Mann mit einem Dreizack und einer Krone in der Hand. Im rechten Bereich steht geschrieben – in pelasgisch-mykenischer Sprache, aus der die pelasgisch-makedonische Sprache (Proto-Slawisch) hervorging: O-P-M-A-P-V-O-V-S-V

In Pylos wurden ebenfalls Tontafeln gefunden, die aus der spätmykenischen Zeit stammen (1400-1200 v.Chr.). Auf diese Tontafeln ist in pelasgisch-makedonischer Schrift eine Inschrift zu sehen, die Lautet P-O-S-E-D-A-O und Poseidon als obersten Gott beschreibt.

Padesetoh meint „Besitzer / Habhafter“ und Opmapvovsv meint „des Meeres“. „Op“ steht für „des“, „mapvo“ steht für „Meer“, „-vsv“ ist eine Zeitform.

"Mavrovo" See in Makedonien - Minoisch für Meer "Mapvov"

„Mavrovo“ See in Makedonien – Minoisch für Meer „Mapvov“

Erklärung: „Op“ ist im heutigen Makedonisch „Od“ was „des/von“ bedeutet. „Mapvo“ ist im heutigen Makedonisch „More“, was auf deutsch „Meer“ bedeutet. „Padesetoh“ bedeutet „Besitzer/Besitz/Habhafter“ Im heutigen Makedonisch gleiche Bedeutung „Poseduvas/Poseduva/Poseduvam“: wie oben zu Obolus und Obelisk erklärt, findet sich das Wort in selbiger Bedeutung in allen anderen slawischen Sprachen in diversen Variationen wieder.  Zusammengesetzt ergibt die Inschrift auf der im Louvre ausgestellten Tafel: „Habhaft über das Meer“ oder anders ausgedrückt „Besitzer des Meeres“. Poseidon als Herrscher über das Meer, ist somit in der Literatur und in der Mythologie ganz richtig interpretiert.

Poseidon spielt in vielen Mythologien der Antike eine wichtige Rolle und wurde bis in die Spätantike verehrt. Die Römer übernahmen ebenfalls Poseidon als Herrscher über das Meer in ihren Kreis der Götter, jedoch benannten sie Poseidon in Neptun um.

Nur aus den slawischen Sprachen, insbesondere aus dem Makedonischen heraus lässt sich Poseidon wörtlich übersetzen und seine Bedeutung erklären. Dies liegt an der Kontinuität der makedonischen Sprachentwicklung aus dem Pelasgischen.

Vom antiken Geschichtsschreiber Homer ist überliefert, dass die Pelasger bereits zur minoischen Epoche auf Kreta ansässig waren und beschrieb diese als „Edle Pelasger“. Wenn man die Kontinuität der makedonischen Sprachentwicklung betrachtet, so stellt man Analogien zu den pelasgischen Mykenern und zu den Minoern fest. Anhand dieser nahen sprachlichen Verwandschaft, lässt sich erklären, wieso sich bis in die heutige Zeit, viele Wörter aus minoischer und mykenischer Epoche erhalten konnten.

Der in der Republik Makedonien befindliche Mavrovo-See trägt das minoische und pelasgisch-mykenische Wort „Mavpov“ für Meer bzw. eine größere Fläche Wasser und ist bis heute kaum verändert.

Bis ins Jahr 1380 ist ein weiterer makedonischer Ort am Kastoria-See, der heute zur hellenischen Republik gehört, mit dem Namen „Mavrobo“ belegt (British Baldwin & Craddock Map of Greece 1.Jan.1830). Auch hier ist der Ort wegen der Uferlage zum Kastoria-See „Mavrobo/Mavrovo“ benannt worden. Das Mavrovo am Kastoria-See hatte eine wichtige historische Beziehung mit dem Mavriotissa Kloster und auch mit dem nahe gelegenen Dorf Krepeni, aus dem die serbische Adelsfamilie Bagas stammte. Das Kloster Mavriotissa, ursprünglich „Mesonisiotissa (D:“in der Mitte der Insel“), wurde in der Nähe des Ortes Mavrovo erbaut. 

Andere Beispiele wo sich das makedonische Wort wiederfindet:
1. Mavroneri* – Name eines Flusses auf der Peloponnes Halbinsel.
2. Mavroneri* – Name eines Flusses im heute zur hellenischen Republik gehörenden Teil Makedoniens.
* Die Endung -neri- ist lateinischen Ursprungs und steht für „dunkel /schwarz“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf das dunkle Wasser der Flüsse.

Wichtiger Hinweis: Die Übersetzungen dürfen nicht ohne Anfrage und unsere Zustimmung anderweitig verwendet werden, sie unterliegen dem Urheberrecht des Übersetzers Dejan Pavlović.


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