Makedonien – Vom Adlerhorst zum Weltreich

Informationen über Mazedonien

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Wie sicher ist die Südostflanke Europas

Die sicherheitspolitischen Risiken Südosteuropas

Die Aspekte der Krise in der sich die hellenische Republik befindet – mit Hinblick auf mögliche sicherheitspolitische Folgen – sind bisher in der Öffentlichkeit nicht oder nur unzureichend diskutiert worden.

Es ist naiv, die Krise, in der sich Griechenland befindet, nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Militärexperten glauben, dass ein am Boden liegendes Griechenland erhebliche Nachteile für die Sicherheit Südosteuropas mit sich bringt. Die Schwäche Griechenlands kann verschiedene Sicherheitsrisiken für Europa mit sich bringen.

Das Unsicherheitsgefühl der Griechen ist heute schon zu beobachten. Der Verteidigungshaushalt betrug im vergangenen Jahr trotz der drohenden Staatspleite 4,6 Milliarden Euro. Damit ist der Verteidigungsetat im Vergleich zu anderen Nato-Staaten sehr hoch. Begründet wird dieser hohe Etat damit, dass das griechische Territorium besonders schwierig zu verteidigen sei. Zu zerklüftet sei das inselreiche Land, so die Militärexperten Griechenlands. Auch regionale Spannungen wurden seitens der hellenischen Militärexperten in diesem Zusammenhang aufgeführt. Griechenland rechnet offenbar insgesamt mit einer instabilen Lage in der Region und blickt mit Sorge in die Zukunft.

Die Empfindlichkeit der Hellenen, zum Beispiel gegenüber der Türkei welches ebenfalls Nato-Mitglied ist, nimmt in der letzten Zeit wieder zu. Dabei geht es vor allem um Zypern. Die Hellenen fühlen sich in ihrem Nationalstolz durch die Türkei verletzt. Die Türkei tritt selbstbewusst auf; dies wirkt sich aus hellenischer Sicht nicht zuträglich auf die Stimmung in Griechenland aus. Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren, besonders unter Ministerpräsident Erdogan, zu einer starken Regionalmacht gemausert. Dieser Umstand sorgt in der hellenischen Republik nicht gerade für Entspannung.

Makedonien vor 1913

Makedonien vor 1913

Im allgemeinen wird der ganze Balkan von Griechenland nicht als befriedete Region angesehen. Die Militärexperten der hellenischen Republik blicken insbesondere nach Norden auf die Republik Makedonien. Ihnen bereitet es Kopfzerbrechen, wie sie mit dem nördlichen Nachbarn in Zukunft umgehen wollen. Griechenland, dass seit der Eroberung Süd-Makedoniens im Jahre 1913 eine Verwaltungsregion Makedonien hat, fürchtet um seine territoriale Integrität durch mögliche Gebietsansprüche seitens der Republik Makedonien. Zwar ist die Sorge Griechenlands unbegründet, und eine Bedrohung seitens der Republik Makedonien liegt nicht vor. Jedoch scheinen die Hellenen das südliche Gebiet Makedoniens noch nicht lange genug zu besitzen, um nicht mit einer Rückforderung rechnen zu müssen. Die Republik Makedonien hat unterdessen mehrmals höchst offiziell erklärt, dass es die Grenzen akzeptiere und keine Absichten hat, diese zu verändern.

Griechenland warnt dennoch vor Minderheitenkonflikten, die sich auf die gesamte Region ausdehnen könnten. Unter anderem mit dieser Begründung blockiert die hellenische Republik die Aufnahme Makedoniens in die EU und die Nato.

Griechenland fühlt sich gedemütigt. Dies erschwert die Findung einer für beide Seiten annehmbaren Lösung im bilateralen Streit zwischen Griechenland und Makedonien. Alle Appelle Makedoniens an die hellenische Republik, das gemeinsame Erbe nicht derart zu verunglimpfen und den Streit beizulegen, stießen bisher in Athen auf taube Ohren. Mit einem Einlenken Griechenlands in dieser Frage ist gegenwärtig nicht zu rechnen. Makedonien selbst sieht sich als Stabilitätsfaktor in Südosteuropa und präsentiert sich entsprechend als zuverlässiger Partner. In geostrategischen- und in Fragen der Sicherheitspolitik arbeitet man in der Republik Makedonien sehr eng mit der befreundeten Türkei zusammen. Dazu gehören unter anderem auch gemeinsame Militärübungen, so die Behörden Makedoniens. Auch die enge Zusammenarbeit mit den USA und anderen NATO Staaten macht deutlich, dass Makedonien seinen Platz an der Seite der Allianz sieht.

Griechenland als Mitglied des Schengen-Raumes spielt eine wichtige Rolle für die innere Sicherheit in der EU. Wenn Griechenland immer weniger in der Lage ist,  seinen Teil der EU-Außengrenzen zu sichern, wird dies zu verstärkter unkontrollierter Einwanderung führen, so fürchten die Sicherheitsexperten.

Die Folgeerscheinungen, wie beispielsweise die Zunahme von organisierter Kriminalität, Terrorismus und Menschenhandel, könnten zunehmen. Die Beziehungen Griechenlands zu anderen europäischen Staaten könnten sich infolgedessen verschlechtern – mit negativen Auswirkungen für die Sicherheit der gesamten südosteuropäischen Region.

Der Niedergang Griechenlands hätte auch geostrategische Konsequenzen zur Folge, fürchten die NATO-Sicherheitsexperten. Wenn Griechenland aus dem Euro-Raum austritt und eine politische wie auch emotionale Entfremdung vom Rest Europas stattfindet, könnte sich dies zu einer Zerrüttung der Südostflanke der Nato ausweiten, fürchten die Experten der NATO.


Kategorie: Panorama

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